Hallo, ich bins nochmal...
Ich habe seit ein paar Monaten einen Freund mit MS. Ich wusste das von Anfang an und klar hatte ich auch meine Zweifel, ob ich dem gewachsen bin. Ich glaubte, dass sich mein Leben nur noch um eine Krankheit drehen würde und all meine Bedürfnisse in den Hintergrund stellen würde. Ich hatte Angst, dass ich den Mann nur aus Mitleid bei mir haben möchte. Auch meine Familie und Bekannten, sogar mein Arzt sagte mir, ob ich mich wirklich "mit so einem" einlassen möchte. Ich müsse wissen, dass es sich nicht nur um eine Grippe handle und ich je länger, je mehr beansprucht werde. Und ich hätte ja nur ein Leben und solle doch versuchen, dieses zu geniessen, ohne enen "Bremsklotz" hinter mir zu haben.
Ich habe gleich zu Beginn unserer Bekanntschaft viel über MS gelesen und mich genaur erkundigt.
Schlussendlich hat mir jemand hier Forum hier etwas ganz entscheidendes gesagt. In der Beziehung mt einem MS-Betroffenen geht es vor allem um eine Sache:

Es ist nicht meine Aufgabe, gegen MS und die täglichen kleineren oder grösseren Hindernisse zu kämpfen, oder gar damit zu leben. Meine Aufgabe ist es, meinen Freund dabei zu unterstützen, mit MS zu leben. Als MS-Partner muss man sein eigenes Leben nicht komplett umstellen! MS ist weder ansteckend noch muss man sich dafür schämen! Ein Partner muss nicht mitleiden und geht nicht lahm, wenns dem Partner nicht so gut geht.
Ich habe sogar das Gefühl, gebraucht zu werden - und zwar im guten Sinne. Und ich weiss, dass sich mein Freund auch jederzeit für mich einsetzen würde, wenns mir mal schlecht ginge.
Man liebt mit dem Herzen und nicht mit dem Körper. Und auch wenn der Körper angeschlagen ist, bedeutet das nicht, dass das Herz auch einen Knacks hat.
Erklärt Euren Bekanntschaften bereits beim ersten Date, was mit eurem Körper los ist und vor allem, was ihr von Ihnen erwartet und ich bin sicher, dass nicht alle gleich zurückschrecken werden!
Ich wünsche Euch viel Glück
Tigerli