GEDANKENANSTOSS

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Re: GEDANKENANSTOSS

Beitragvon Daniela » 14. Jun. 2010, 15:19

Hoi Berni

Die Petunien sind wunderschöne elegante Blumen, geniesse sie!

Bei mir haben sie einmal Melthau bekommen wegen zu viel Feuchtigkeit, und seitdem vermeide ich alle Pflanzen, die zu Mehltau neigen.

Es war bestimmt nur mein Pech und die falsche Behandlung der Petunien.

Liebe Grüsse
Daniela
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Re: GEDANKENANSTOSS

Beitragvon Berni » 14. Jun. 2010, 12:25

Testi, deine Idee mit den 2 Wahlmöglichkeiten tönt einfach. Das Problem fängt eben schon vorher an. Ich sehe mehr als 2 Wahlmöglichkeiten...dann muss ich Prioritäten setzen, damit ich zu 2 Wahlmöglichkeiten komme (schwierig!)....dann muss ich schauen, dass ich mich nicht verzettle, vergesse ....usw.

Ich will damit sagen, wenn Leute (wie ich) diese Schwierigkeiten haben, ist es nicht so einfach.

Gruss Berni
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Re: GEDANKENANSTOSS

Beitragvon Berni » 14. Jun. 2010, 12:20

Hey Daniela, jetzt sehe ich gerade, dass du schreibst, Petunien seien anfällig für Läuse. Da habe ich gerade noch etwas Neues von dir erfahren. Ich habe mir das erste Mal Petunien gekauft. Seit ein paar Wochen sind sie schön am Blühen. Bis jetzt hat es keine Läuse. Anfängerglück?
Wie auch immer, ich habe Freude daran.

Gruss Berni
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Re: GEDANKENANSTOSS

Beitragvon Berni » 14. Jun. 2010, 12:14

Hallo zusammen

Ich kann vom mühsamen Prozess der Entscheidungsfindung ein Lied singen! Das habe ich eindeutig seit MS, 2005! Dies kannte ich vorher überhaupt nicht! Ich konnte mich jeweils zack, zack entscheiden, auch beruflich. Das war sogar eine meiner Stärken!
Aber ich habe ja unter anderem kongnitive Schwierigkeiten. So bringe ich dies damit in Zusammenhang. Es gibt schon Strategien, damit es etwas schneller geht. Das habe ich in der Ergotherapie gelernt. Trotzdem nervt es mich ab und an immer noch, dass ich nicht einfach schnell und effizient entscheiden kann. Obwohl, das nerven ist eben auch schon wieder kontraproduktiv. Tja, es gilt immer wieder: üben, üben.....dranbleiben und vorallem, sich nicht darüber nerven. Wie heisst es so schön? Übung macht die Meisterin. Also bleibe ich dran, immer weiter machen, nicht aufgeben, die Hoffnung und Zuversicht nicht aufgeben.

Gruss Berni
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Re: GEDANKENANSTOSS

Beitragvon malaika » 06. Jun. 2010, 10:20

Hallo Alex81

Zu deinen Fragen. Als sehr spontaner, offener Mensch, habe ich in gesunden Zeiten dementsprechend entschieden - zack, und die Meinung stand. Bin oftmals sogar zuu schnell in gewisse Dinge "reingeschossen"....tja und heute sieht es ein bisschen anders aus. Seit ich MS habe, tue ich mich vieel schwerer mit gewissen Entscheidungsfindungen - überlege viel mehr hin und her, wenn und aber, soll ich, soll ich nicht ? :roll: Beides ist nicht ganz toll...früher wäre ich ab und zu froh gewesen, wenn ich gewisse Dinge nochmal überschlafen hätte, und heute könnte ich mich manchmal selber ohrfeigen, dass ich mich dermassen schwer tue, mit gewissen Entscheiden. Ich denke schon, dass die MS diesbezüglich ihre Spuren hinterlassen kann - ich denke nicht, dass das nur, oder vorallem mit zunehmendem Alter zu tun hat...einerseits bin ich sicherlich "überlegter" geworden, andererseits in gewissen Dingen "schwerfälliger". Könnte schon damit zusammenhängen, dass man mit MS nicht mehr soooo belastbar ist, wie in gesunden Zeiten - von diesem Phänomen sprechen ganz viele Betroffene. So fällt dann automatisch auch das Entscheiden schwerer.

Was die Maske der "Fröhlichkeit" anbelangt, da habe ich meine Mühe - man hört und liest immer wieder von der MS Euphorie....ich war schon in gesunden Zeiten ein Mensch, der lachen und auch mal blödeln konnte - ein Mensch, der die Fröhlichkeit liebt, aber trotzdem auch eine tiefgründige Ader hat. Dieses Naturell ist mir angeboren..... .....irgendwie finde ich es komisch, dass da sooo schubladisiert wird. Ich trage keine Maske - ich bin, wie ich bin.
Ab und zu nehme ich mich und meine Erkrankung auf die Schippe - ein bisschen sarkastisch, ich weiss. Für mich ist es aber in gewissen Situationen hilfreicher, als rumzujammern.

Wieso sollten kranke Menschen nicht mehr froh sein und lachen dürfen, ohne gleich in die Schublade der MS Euphorie geworfen zu werden ? Das geht jetzt nicht gegen dich, Alex...das ist wirklich etwas, worüber man immer wieder liest...klar ist es uns Betroffenen nicht immer ums Lachen zumute...wie gesunden Menschen auch nicht. Sicherlich lässt man sich schlechtere Zeiten nicht immer grad anmerken oder jammert auch nicht dauernd rum 8) Ist doch bei den meisten Gesunden auch nicht gross anders, oder ?.....viele MS Betroffene sind vom Naturell her "eher starke", sehr zielorientierte, zum Teil auch strebsame Persönlichkeiten. Es bereitet dann umso mehr Mühe, anzunehmen und zu akzeptieren, dass man halt zum Teil mit diesen 2 Buchstaben nicht mehr so funktionieren kann, wie das in gesunden Zeiten der Fall war, und wie man das gerne möchte.

Ich denke mir , dass mit diesem Umstand auch gesunde Menschen ihre Mühe haben - wenn sie älter werden, wenn sie merken, dass die Kräfte nachlassen, wenn sie nicht mehr so funktionieren, wie in jüngeren Jahren, dann haben auch sie ihre liebe Mühe ......die Phase des Abschiednehmens von "solchen Verlusten" tut immer weh - egal ob durch Erkrankung oder durch zunehmendes Alter - auch egal in welchem Alter.

Ich persönlich habe am liebsten, wenn man "ganz normal" mit mir umgeht - ich erwarte auch nicht, dass ich andauernd gefragt werde, wie es mir gerade geht ...Anteilnahme oder Mitgefühl in schlechteren Zeiten nehme ich gerne an, aber was ich hasse, ist Mitleid.....dieses ist nicht wirklich konstruktiv und hilft auch nicht weiter.

Soli, ich muss wieder - der Besuch trifft bald ein. Hoffe, ich konnte dir etwas weiterhelfen und wünsche dir einen schönen, sonnigen Sonntag. Finde es übrigens gut, dass du dich hierher gewagt hastund Fragen stellst....-;



Aes Grüessli von Malayca :D
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Re: GEDANKENANSTOSS

Beitragvon Daniela » 06. Jun. 2010, 09:36

Hallo Testi

Die MS hat natürlich viele Gesichter, ich habe die Krankheit seit 19 Jahre und leider mit einem schweren Verlauf.
Die neuropsychologischen Tests zeigen bei mir einige deutliche Defizite.

Vielleicht darum verstehe ich nicht so richtig, was du meinst mit den zwei Wahlmöglichkeiten und die ‚deadline’ zur Entscheidung.

Die letzte Entscheidungsfindung, die mir grosse Mühe bereitet hat, war, welche Blumen pflanze ich in den Balkonkästen.
Es sollten Blumen sein, die leicht zu pflegen sind, die Sonne mögen und den ganzen Sommer blühen.
Erschwerend kommt dazu, dass ich keine Ahnung von Balkonblumen habe.

Also habe ich viele Bekannte um Meinungen gefragt, bin mehrmals in die Gärtnerei gegangen, und habe in den Katalogen und im Internet nachgeschaut.

Als erstes haben mir die Sonnenlieseli zugesagt, aber in welcher Farbe?
Lobelien wären auch schön, auch Geranien, Tagetes, Verbene und wie sie alle heissen.
Vielleicht passt etwas in der Farbe gelb dazu.
Und violette Petunien ?

Es tönt spielerisch und lustig aber für mich war ziemlich anstrengend.

Petunien kommen wegen der Läuse nicht in Frage.
Und gelb passt nicht richtig zu den Koniferen.

Nach mindestens zwei Wochen des Suchens lächelt mich heute der Balkon an mit sieben Sonnenlieseli in pink, violett und rosa und zwei dunkelvioletten Verbene.
Also ungefähr die erste gute Variante, die erste Idee, die mir am Anfang gekommen war.

Darum habe ich von geschlossenen Kreisen in der Entscheidungsfindung geschrieben.

Ich finde den Balkon jetzt schön und stehe seelisch hinter den farbigen Sonnenlieseli.

Nur der Weg dorthin war lang und ermüdend, mit den vielen Informationen, Fragen und mini Entscheidungen.

Ich wäre sooo froh, wenn ich zum Beispiel in eine Gärtnerei einfach gehen und gleich entscheiden könnte, was ich kaufen will.

Der Text ist zu lang geworden, es tut mir Leid, es ist nur ein Beispiel einer Entscheidungsfindung.
Liebe Grüsse
Daniela
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Re: GEDANKENANSTOSS

Beitragvon Testi » 05. Jun. 2010, 15:07

hi alex

bin eine junge MS-Betroffene und ich würde mal behaupten,dass die Entscheidungsfindung nichts mit der MS zu tun hat sondern charakterlich zu zuorten ist. ich arbeite noch voll und bin auch in der Pflege wie Betreuung jedoch bei Menschen mit geistiger und schwer körperlicher Beeinträchtigung.

ich selber habe heute keine mühe zur entscheidungsfindung im gegenteil, bin sehr anpassungsfähig und mag klare strukturen und schnelle entscheidunen..

ein tipp...stelle 2 wahlmöglichkeiten auf bei den planungen und setze diesbezüglich eine deadline zur entscheidung, so ist e klar gesetzt und angepasst...mache dies inmeiner arbeit auch oft...und dies für alle zufriedenstellend...

grüsse
testi
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Re: GEDANKENANSTOSS

Beitragvon Daniela » 03. Jun. 2010, 21:36

Hallo Alex81

Ich bin selbst betroffen und habe auch oft grosse Schwierigkeiten, mich zu entscheiden.

Es hängt irgendwie mit der MS zusammen, nur ich weiss nicht wie. Und eine medizinische Erklärung würde uns auch nicht viel nützen.

Tatsache ist, dass ich auch darunter leide.

Versuche mit Gelassenheit und Geduld diese Unentschlossenheit anzugehen.

Es wird halt geplant, 10-mal überdacht, umentschieden und doch am Ende den Kreis mit der ersten Lösung geschlossen.

Beteilige dich intensiv und aktiv an der ersten Planung und warte auf den letzten Schritt, auf die Entscheidung.
Es ist nicht sinnvoll, dass du innerlich den Kreis der vielen Optionen mitmachst.

Meistens sind es Kreise, die gut gedachte Idee am Anfang wird gedreht, verworfen, wieder überdacht, und zum Schluss auch gewählt.

Ich hoffe, ich konnte dir ein wenig helfen.

Liebe Grüsse
Daniela
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Re: GEDANKENANSTOSS

Beitragvon Alex81 » 03. Jun. 2010, 15:28

Guten Tag

Ich verfolge mit grossem Interesse dieses Forum. Ich habe privat und beruflich mit MS-Betroffenen zu tun und möchte in diesem Forum die Perspektive des Angehörigen/Pflegenden einnehmen.

Mir fällt auf, dass MS-Betroffene tatsächlich oft eine (föhliche) Maske aufsetzen. Ich verstehe dies aber auch als Selbstschutz, den Gesunde wie Kranke anwenden, um dem gesellschaftlichen Ideal zu entsprechen und mühsamen Fragen auszuweichen. Für mich ist hierbei die Frage wichtig, wie man in solchen Situationen den Betroffenen begegnen soll? Ist das Vertrauen zu wenig stark aufgebaut?

Ein weiterer Punkt ist die schwere Entscheidungsfindung vieler MS-Betroffener. Dies kann mich zwischendurch ganz schön nerven, vorallem dann, wenn man etwas geplant hat und diese Pläne dann noch 10 mal überdacht und umentschieden werden (obwohl die erste Lösung für alle Parteien eigentlich tip top war), um letzendlich wieder die ursprüngliche Idee aufzunehmen. Kennt jemand solche Situationen? Was kann man "dagegen" unternehmen? Ich finde einfach keine Strategie die in einer solchen Situation helfen könnte! Hat jemand einen Vorschlag, aus Sicht des Patienten und der Betreuungsperson? Kann es sein, dass sich ein MS-Betroffener oft "zu viele Gedanken" um ein Thema und dadurch die Sache nur komplizierter macht statt sie zu vereinfachen? Will ein MS-Betroffener es "immer" allen recht machen? Doch am wichtigsten ist die Frage nach konkreten Lösungsvorschlägen!

Ich hoffe, ich trete hier niemandem auf die Füsse! Es geht hier um konstruktive Vorschläge und Kritik!

Bitte helf mir!

Bin gespannt auf eure Rückmeldungen!

Gruss Alex :D
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Beitragvon Heidi-72 » 29. Mai. 2009, 07:57

Hallo Vreni

Das ist auch leichter gesagt als getan !!! :D
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Beitragvon vreni » 15. Apr. 2006, 11:48

hallo susi

deine einstellung finde ich gut. die ms akzeptieren und lernen, mit en behinderungen zu leben.

die akzeptanz ist die halbe medizin. ausserdem ist es sehr wichtig, auf eine gute psyche zu achten, sich nicht stressen zu lassen und überarbeitung zu vermeiden.

das zitat meiner neuro: freuen sie sich an dem was noch geht und trauern sie nicht dem nach was sie nicht mehr können.

in diesem sinne liebe grüsse

vreni
ms akzeptieren und damit leben lernen ist die halbe medizin.
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MS bzw. Einschränkungen akzeptieren

Beitragvon Berni » 14. Apr. 2006, 23:23

Ich finde es interessant, eure Gedanken lesen zu können. Da für mich diese Diagnose noch neu ist, habe ich mir zum Ziel gesetzt, MS bzw. Einschränkungen zu akzeptieren. Dies fällt mir nicht leicht; immer wieder mal werde ich wütend, traurig, dass es bei mir nicht funktioniert wie früher....
Der Weg ist das Ziel. Einige eurer Zeilen machen mir Hoffnung, Zuversicht.
Danke.

Susi
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Gedankenanstoss !

Beitragvon walter » 13. Apr. 2006, 20:05

:twisted: Hallo Astrid ,

ich denke , es war ganz gut dass Du diese Worte hier "reingeworfen" hast und uns so zu fragen , was denkt Ihr dazu :?: Einige haben Ihre Gedanken nun zu Papier gebracht und auch wenn es unterschiedliche Ansichten gibt , akzeptierst Du auch diese und das nenne ich Stärke .

Es ist ja vielfach so , dass es uns leicht fällt zu kritisieren aber viel schwerer , andere Meinungen und Ansichten auch gelten zu lassen :!:

Ich finde , Dir ist dies mit dem Beitrag vom 12.4. ganz gut gelungen und Dir böse sein , warum denn :?:

Ich wünsche Dir und allen hier im Forum nun schöne und frohe Ostertage und freue mich , wenn Du hier wieder mal an unsern Gedanken rüttelst , gell Astrid :!:

Schöne Ostertage wünscht Euch : walter :twisted:
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Beitragvon Astrid Z. » 12. Apr. 2006, 19:49

Hoi mitenand
da ich diesen bericht hier "hereingeworfen"habe, denke ich, mich mal zu melden.
es ist ja so, dass es nicht meine worte sind.
ich möchte mich auch bei denjenigen entschuldigen die ich (durch diesen bericht) im moment wütend gemacht habe oder sonds wie vor den kopf gestossen.
ich bin nun mal eine "pseudo-fröhliche philosohpin" und hinterfrage nun mal gerne, egal was es ist: weltgeschehen- religionen-der mensch-mensch und krankheit....
ich finde es sehr interessant eure meinungen zu lesen, die ich alle akzeptiere.
es ist ja nicht so, dass ich zu diesem BERICHT ja ja ja ja ja! sage.
es gibt aspekte die in mir anklang fanden und diesen "ton" wollte ich einfach weitergeben, ohne jemanden zu verletzen.

mit herzlichen grüssen astrid
Astrid Z.
 
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Beitragvon Erika » 11. Apr. 2006, 11:49

Hallo Boardies!

Also mich machen solche Aussagen wie sie hier getätigt wurden, sicher nicht betroffen oder gar wütend. Ich bilde mir einfach meine eigene Meinung, lese andere, die ich annehmen kann, aber sicher nicht muß und kann diese anderen Meinungen auch recht gut akzeptieren - genau so wie ich meine Krankheiten akzeptieren kann, mehr ist nicht möglich, weil ich es eben einfach nicht ändern kann.

Mir persönlich bringt auch keine Suche nach einem "Schuldigen" was, auch das Szenario bezüglich Familiengeschichte und so kann ich nicht nachvollziehen. Wie wäre es da in Familien mit tyrannischem Vater, gedemütigter Mutter und mehreren Kindern? Haben die dann alle MS? Es ist gaaaanz sicher nicht jeder MSler in einem schlechten Elternhaus aufgewachsen - warum hat der dann MS? Und genau bei diesen Überlegungen kommt eben wieder zum Vorschein, dass diese Menschen, die nach Schuldigen suchen, einfach nicht wirklich fähig sind, bestimmte Dinge in ihrem Leben anzunehmen und das Beste draus zu machen. Und vermutlich auch oft nicht fähig sind, für sich selbst und das eigene Leben die Verantwortung zu übernehmen. Es ist doch so viel einfacher, die Schuld bei anderen zu suchen. Es gibt sicher auch ältere MSler, die selber Kinder haben. Was ist, wenn diese Kinder auch MS haben? Waren das dann "böse Eltern", durch deren Schuld ihre Kinder MS haben?

Natürlich ist man durch Krankenheiten oder auch Schicksalsschläge welcher Art auch immer gezwungen, sein Leben zu ändern, bewußter zu leben, aber diese ganze Schuldfrage ist ziemlich kontraproduktiv. Denn egal, ob ich jetzt in meiner Familie einen Schuldigen suche und finde oder gar bei mir und meinem "schlimmen Charakter" - es entstehen Schuldgefühle, Schuldzuweisungen und sogar Wut. Und das finde ich nicht gut.

Was die Pseudofröhlichkeit betrifft, die kenne ich von mir selber auch. Aber auch das finde ich nicht schlimm. Menschen, die mir nahe sind, kann ich ohne diese Pseudofröhlichkeit begegnen, bei den anderen ist es für mich auch ein gewisser Selbstschutz, um nicht Erklärungen abgeben zu müssen, warum es mir gerade nicht gut geht oder gar bemitleidet zu werden. Es geht ja wirklich nicht jeden was an, wie es gerade in mir drinnen aussieht.

Es ist oft ein schwerer Weg von der Diagnose MS bis zur Akzeptanz und der Fähigkeit, seinen ganz persönlichen Weg zu finden, damit zurecht zu kommen. MS ist schlimm, keine Frage, aber es gibt so viele noch schlimmere Krankheiten und wirklich jeder noch so gute Mensch hat im Lauf seines Leben mit irgendeiner Krankheit zu kämpfen - egal wie seine Kindheit verlaufen ist. Das ist einfach so und es liegt nur an jedem einzelnen, das Beste draus zu machen.

Liebe Grüße - Erika
Mein Lebensmotto: Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann; Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
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