Hoi zäme, liebe Erika
Wenn ich das recht verstehe, geht es ja nicht primär um allgemeine (Venenprobleme) wie z.B. Krampfadern oder so, sondern es geht um ne bestimmte chronische Erkrankung und Verengung von nachfolgenden Venen.
Stenose der Vena azygos oder der Vena jugularis interna (innere Drosselvene), die beide das Blut aus dem Gehirn und dem oberen Rückenmark drainieren. Es käme zu einem Rückstau und damit zu einem Ödem um die Hirnvenen herum, wobei vermutlich auch die Blut-Hirn-Schranke in Mitleidenschaft gezogen würde.[simka09a]
Es gibt bis jetzt halt wirklich erst seeehr wenige behandelte Patienten, die darüber berichten können.
Es sind auch erst ein paar hundert Betroffene untersucht worden und noch weniger sind bereits operiert worden - das Ganze steckt noch im Anfangsstadium.
In Italien wird Prof. Zamboni anässlich des Symposiums bald die ersten Studienergebnisse freigeben ....und wie man gehört hat, sind diese offenbar recht positiver Natur. Er darf diese Studien auch zum ersten Mal in einer renommierten med. Fachzeitschrift publizieren.
Das Einzige, was mich wirklich überrascht ist die Tatsache, dass diese spezielle Art von Venenverengung (CCSVI) bei den über 200 gesunden Testpersonen nirgends festgestellt werden konnte...und es hatte sicherlich auch Personen mit Krampfadernveranlagung oder sonstigen Problemen mit dabei - das steht offenbar nicht im Zusammenhang.
Es gab ja eher einen kleinen Prozentsatz bei den MS Betroffenen, wo sich diese Hypothese nicht bestätigte, und wo keine Verengung dieser zwei Venen gefunden werden konnte. Ich glaube auch noch nicht daran, dass jetzt alle Probleme oder das ganze Entstehungsgeschehen mit einer allfälligen Bestätigung dieser Hypothese gelöst wäre...aber ich könnte mir doch vorstellen, dass das ein Riesengrundstein für zukünftige weitere Forschungen, Behandlungen und Eingriffe sein könnte.
Im übrigen gibt es in der Schweiz bereits einen Schulmediziner, der diese Hypothese sehr ernst nimmt, weil für ihn dadurch der Verlauf seiner MS erkrankten Frau schon erklärbarer wäre, als mit allen bisherigen Hypothesen, die bis anhin da waren.
Ich denke mir, auch hier können nicht einfach Wunder erwartet werden...inwieweit sich Behinderungen bei bereits stark körperlich eingeschränkten Personen noch zurückbilden könnten, ist nicht klar...ich hab gelesen, dass sich da vielleicht schon noch das eine oder andere verbessern könnte, aber dass das offenbar ein sehr langwieriger und schwieriger Prozess wäre, und man eben keine Wunder erwarten dürfte. Offenbar erwartet man sich vorallem Verbesserungen auch in Bezug auf die Fatique - Einschränkungen, die nicht die Motorik betreffen.
Super wäre natürlich, wenn man diesen Eingriff sehr früh machen könnte, bevor eben grosse körperliche Einschränkungen da sind und der Autoimmunprozess schon viel zerstört hat.
Wie du sicherlich schon gelesen hast, diskutiert man bereits in die Richtung, dass bei gewissen Betroffenen eben vielleicht wirklich eine Umstellung der Lebensweise genügen könnte, dass die Stenose (Venenverengung), oder der Reflux, zum Positiven beeinflusst werden könnte.
Du, wie auch ich, haben seit Jahren ganz gute Erfolge mit Umstellung unserer Lebensweise...Ruhe ins Leben bringen, nach Möglichkeit Stress vermeiden, vielleicht sogar Therapien machen, die die Durchblutung fördern, all das könnten allenfalls (gem. bereits geführten Diskussionen) erste kleine Puzzlesteine zu einem gesteigerten Wohlbefinden sein....Stress wirkt sich nicht nur sehr schlecht auf die gesamte körperliche Verfassung aus, sondern eben auch auf die Durchblutung...man könnte da stundenlang philosophieren und fachsimpeln. Ist wirklich total spannend. Verschlechterungen haben wir ja vorallem bei Stress -es gibt da sooo viele Zusammenhänge, die mir nun mit dieser wiederaufgeflackerten Hypothesen viel besser erklärbar wären. Nach wie vor hab ich bei dieser neuen Hypothese eher ein ganz gutes Bauchgefühl, dass da doch sehr viel dran sein könnte.
Wie gesagt, ich bin auch zu lange mit dabei, als dass ich jetzt in Euphorie verfallen würde - wär wirklich auch viel zu früh. Wenn ich aber diese ganze Problematik und alle Zusammenhänge lese, sowie auch meinen Verlauf beobachte, dann ist das die erste Hypothese, wo ich sagen muss, für mich, und auf meinen Verlauf bezogen, könnte da wirklich sehr viel dran sein
Aber warten wir ab - schon bald, das heisst in wenigen Wochen, wissen wir wahrscheinlich wesentlich mehr.
PS)
American Women ist ja erst vor 3 Monaten operiert worden und ich denke mir, auch hier ist die Zeit noch zu kurz, um ihren Verlauf schon als Masstab werten zu können. In dieser kurzen Zeit hat sie aber offenbar wirklich schon einige Verbesserungen erfahren dürfen. Stents sind für mich aber nach wie vor eher undenkbar.....da müsste wirklich sehr viel passieren, dass ich den Mut für einen solchen Eingriff hätte. Das "Ballöndle" erscheint mir sympathischer....-;
Ich verfolge das Ganze auch sehr interessiert weiter, und wenn wir in der Schweiz ne super Adresse haben, wo man sich auf diese Problematik hin untersuchen könnte, dann würde ich das evtl. auch machen lassen...es muss zur Zeit noch sehr schwierig sein, geeignete Radiologen zu finden, da man diese Stenosen offenbar zum Teil nicht einfach grad so sieht.
Wenn ich recht informiert bin, wurden Stents bis anhin nur in die Arterien (bei Herzerkrankten), und nicht in die Venen eingesetzt. Und diese Herzpatienten hatten Verbesserungen - deshalb für mich irgendwie nachvollziebar, dass Stents, eingesetzt in die Venen, eben auch hier tatsächlich Verbesserungen bringen könnten. Meine laienhafte Vorstellung halt
Liebi Grüessli von Malayca
