MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Moderator: Moderationsteam

Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon rico31 » 19. Feb. 2018, 16:06

cola63 hat geschrieben:Asbu, ganz grossen Dank! Du hast auf den Punkt gebracht, was mir nur noch so durch meinen Kopf wirpelte!Ich hab die richtigen Worte einfach nicht gefunden, kam durch die MS. Aber mir machten diese Texte richtig Bauchkrämpfe! Mir ging auch „Sekte“ durch den Kopf!


Sekte? Warum Sekte? Weil sie Heilung suchen? Weil sie sich zusammen auf die "Heilungsfrequenz einstellen". Miteinander sitzen, singen, meditieren? In jeder Kirche und jedem Tempel tut man sowas... Hat Gröning ja auch gesagt und den Menschen auch so als Lehre mitgegeben. Nur hat er eben sehr genau auf einiges hingewiesen, was aber schwer zu verstehen ist, weils abstrakt ist. Wenn man sich damit befasst, dann merkt man wie schwer es wirklich ist so "gutherzig" zu sein. Wir sind keine heiligen, und unser Körper ist mit dem Unheil konfrontiert. Ich finde das hat was.

Mir geben solche Berichte Hoffnung. Im Internet findest Du auf Youtube Interviews und alles mögliche. Brauchst nur zuhören. Musst nicht in eine "Sekte" gehen. Niemand wird davon Wissen, niemand wird Geld von Dir verlangen. Alles kostenlos. Kannst Dich einfach "geistig" einklinken, wann immer Du willst. um 9:00 und 21:00 tun es die meisten Menschen die es tun. Du kannst völlig annonym mitmachen. Niemand wird wissen ob Du es tust oder nicht, es sei denn, Du suchst den Kontakt selbst. Keine Klopft an Deine Haustür, nichts.

Wie gesagt... Mich interessiert die Kraft hinter dem, was wir "Placebo-Effekt" nennen sehr. Denn diese Kraft vermag zu heilen wie die besten Medikamente, jedoch ohne Nebenwirkung.
Warum also nicht versuchen, dies zu verstehen? Warum nicht danach streben diese Heilkraft zu erlangen? Kostet nichts und ist schön. Gröning benennt als Quelle Gott.
Gröning heilte bis man ihm Heilverbot erteilte, und die Menschen kamen zu tausenden. Die Zeitungen berichteten viel. Hier einige Bilder welcher es deutlich machen.

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Aber können wir überhaupt glauben? Mit MS das göttliche sehen, das ist nicht einfach... Aber das "teuflische" (kirchenlateinisch diabolus < griechisch diábolos = Verleumder, zu: diabállein = verleumden; entzweien, verfeinden, eigentlich = durcheinanderwerfen, zu: bállein = werfen) das sehen wir hier sehr gut. :twisted:

Mit geht es nicht darum hier Gott und Teufel zu definieren. ABer es gibt die Gegensätze von Heil und Unheil. Und wenn das Unheil in unseren Gedanken bzw. in unserem Glauben sitzt, so können wir es dort auch loswerden. Bzw uns auf das Heilvolle ausrichten.

Über das Phänomen der Wunderheilungen an sich gibt es eigentlich nichts zu diskutieren... Wir verstehen es einfach nicht, bzw. können es noch nicht /nicht mehr verstehen. Aber vielleicht sollten wir es ja versuchen... Wie gesagt, für mich macht es Sinn dem nachzugehen und ich erfahre auf diesem Weg auch die Heilung. Aber geht hier ja nicht um meinen Willen, sondern um etwas jenseits meines Willens. Einen Zustand.

cola63 hat geschrieben:aber bei solchen Texten bekommt man immer mehr das Gefühl, wir seien selbst Schuld dass wir MS haben...


Vorsicht . Da interpretierst Du etwas rein was ich so nicht meine. Die "Schuld", wenn man überhaupt von Schuld sprechen kann, liegt ganz wo anders. Hier verweise ich auf Rainer Sachse und die Persönlichkeitsstörungen. Geht um die Prägungen. Wir haben unsere Masken ja nicht freiwillig angezogen, sondern weil wir mussten. Weil Menschen, welche selbst auch Masken anhatten uns dazu "gezwungen" haben. Das ist ein Kreislauf, der hald so funktioniert. Ich bin mir absolut sicher, dass ich ohne "meinen Persönlichkeitsstil" niemals einen so heftigen Schub gehabt hätte. Unmöglich. Denn ich bin sehr lange weit über meinem Limit gelaufen, weil ich nicht gelernt habe mein Limit ernst zu nehmen. Weil es für mich "normal" war auf die Zähne zu beissen das durchzuziehen. Naja... Und darum liegt auch Heilung im erkennen. Das ist jetzt einfach psychologisches Gedankengut. Ohne Gott, etc. nur reine Logik ohne Mystik. Sachse erklärt das wirklich gut mit der Motivebene, der Ebene der Schemata und der Spielebene und das ergibt dann sehr viel Sinn. Die Spielebene (benannt nach Transaktionsanalyse) ist die Handlungsebene. Und was dort geschieht ist eben nicht immer bewusst oder freiwillig, sondern manchmal aufgrund der Schemata weil es uns innerlich dazu zwingt. Darum finde ich es wichtig den "Glauben zu hinterfragen, denn diese Muster sind unser Glaube. Hinterfragen wir es nicht bleiben wir darin gefangen.

Aber es geht nicht um Schuld, sondern um Heilung. Unsere Persönlichkeit wurde stark geprägt, aber wir können uns damit auseinandersetzen und es ändern. Ist nicht leicht, im Gegenteil. Aber heilsam. Vielleicht ist es unsere Verantwortung dies zu tun. Und wenn nicht, dann leiden wir eben. Die Psychiatrie ist schliesslich deswegen immer voll. Und das Konzept der Psycho-Somatik, also der Auswirkungen der Psyche auf den Körper ist diesbezüglich höchst interessant.

Nicki hat geschrieben: Jetzt musste ich ziemlich lang studieren, wie das alles zusammenpasst. Da ist zwischen Asbus Beitrag ja ein langes Zitat von Rico reingerutscht :D (nur bei mir?)

Ich mache täglich Mentaltrainung, hatte ausserkörperliche Erfahrungen als Kind und kann mit Tieren sprechen (doch doch, das geht tatsächlich!) - aber ich mache trotzdem eine Basistherapie und andere "klassische" Therapien und gehe zum Neurologen und mache mir dazu Gedanken. Das eine schliesst das andere doch nicht aus? Was ist denn das für ein Tripp hier?

Mir ist das hier auch zu einseitig und vor allem zu missionarisch. Versuche auszuweichen, aber es geht überall nur darum...


Ja, Zitate sollten schon als Zitate erkannt werden können... Sonst ist das sehr verwirrend.
Hey, Gröning hatte es auch mit den Tieren... vielleicht habt ihr ne "ähnliche" Sekte :mrgreen:
Nein im ernst. Du hattest es früher mal. Als Kind. Und jetzt? Verloren? Ich glaube viele hier haben oder hatten eine sehr sensible Seite und nehmen einiges um sich rum wahr. Aber sich selbst vielleicht zu wenig.

Natürlich schliesst das eine das ander nicht aus. Und trotzdem macht es einen Unterschied. Aber das kann ich nicht erklären ohne einen riesen Text zu schreiben. Also wirklich riesig. :mrgreen: Es heisst aber nicht dass irgendwer sich bei der Wahl der Behandlung falsch entschieden hat. Jeder so, wie er es für richtig hält. Ich begründe hier meine Perspektive und sehe klar die Eigenverantwortung mit der Krankheit, bzw. davon zu lernen und Heilung zu erlangen. Auch auf unkonventionellen Wegen... Und ja, ein anderer möchte die MS einfach kontrollieren und nichts riskieren. Ist ja auch okay. Die Auseinandersetzung mit der Angst ist nicht einfach, egal welche Behandlung man wählt.

Naja, ich frage mich aber, warum man es nicht einfach stehen lassen kann. Kann "man" nicht... ist dann eine Sekte, zu hinterfragend, zu philosophisch, etc.
Da kann doch keine Erkenntnis rausspringen, wenn man nicht tiefer geht. Ich tausche mich sehr gerne über den Inhalt und verschiedene Meinungen aus, aber ich finde es schade ohne Begründung einfach etwas abzulehnen. Ich finde es etwas zu konservativ hier, darum bring ich ja solch "weltfremde" Gedanken ein. "Jede Krankheit ist Heilbar, wenn wir verstehen wie". Auch MS ist heilbar, wenn wir verstehen wie. Das glaube ich wirklich. Aber noch verstehe ich es nicht. Aber der Glaube hilft mir ungeheuer dabei mich Gesund zu fühlen und dass es mir besser geht.

Trudi hat geschrieben: Diese ganzen Posts hier laufen unter der Rubrik "MS ist neu für mich" ... was glaubt ihr was eine junge Person, die gerade so eine Diagnose erhalten hat...dann den Mut findet einen Blick in unser Forum zu werfen...nun denkt? Panik und sowas will ich nicht und schaut nie wieder rein.
Es werden keine Meinungen toleriert, alles wird auseinander genommen und ich bezweifle langsam, das irgendeine Aussage hilfreich ist.


Viele gehen hier nach einer Zeit wieder. Ich glaube das ist auch gut so. Ich habe Ende 16 hier reingeschaut, und ja, es war verwirrend für mich. Weil hier jeder etwas anderes sagt. Absolut nichts machte Sinn... Kein roter Faden, für ein Pro gibts 3 Kontras und umgekehrt. Und ja, darum wühle ich ja darin rum. Ich will etwas erkennen können, den roten Faden finden. Sonst muss ich hier nicht die Zeit inverstieren. Dann könnte ich einen MS-Ratgeber lesen. Aber hier sehe ich sehr viel...

Ich denke genau diese Auseinandersetzungen sagen sehr viel aus wenn man nicht nur die Oberfläche betrachtet. Aber ich spreche von einer anderen Ebene. Denn es wird sehr schnell angespannt hier, und man fühlt sich schnell wie gelähmt. Dabei fehlt jegliche Koordination, alles "tut was es will", teilweise ist es schmerzhaft, verletzend. Die tausend Gesichter der MS, in verbaler Form hier nachzulesen im Forum, unverfälscht, authentisch. Kann man abstreiten oder annehmen.

Aber worum geht es eigentlich?
Suchen wir nicht alle nach Sicherheit, in einer Situation der Unsicherheit? Menschen die unsere Meinung unterstützen, weil wir selbst nicht wissen was richtig ist? Weil wir keinen innere Karte oder einen Wegweiser haben, keine innere Navigation. Vielleicht weil man uns immer gesagt hat, was richtig und falsch ist. Und wir daher überzeugt sind es zu wissen, auch wenn es vielleicht gar nicht stimmt? Und auch das wissen wir. Andere Meinungen können wir vielleicht schwer akzeptieren, weil unsere Meinung vielleicht oft nicht akzeptiert wurde. Weil wir dafür kämpfen mussten um gehört zu werden. Und weil wir das vielleicht immer noch tun, unbewusst, automatisch? Und wird daraus dann nicht schnell eine Diskussion über richtig und falsch? Und gehen wir mit andersdenkenden nicht auch hart ins Gericht? Ob ich nun hoppla sage, oder direkt kritisiere... es wird auseinandergenommen und zerpflückt. Und das finde ich ganz okay... Darf und soll auch sein. Es gibt viele Foren, sehr viele sogar. Und noch mehr Probleme gibt es darin. Ist MS eine problemorientierte Angelegenheit, oder eine Lösungsorientierte? Welchen "Seinszustand" wir dabei. Fühlt es sich heilsam, oder unheilvoll an? Wie sehen wir die Welt?

Und darum, so meine Meinung, ist und wird die Psychologie für mich immer interessanter. Hat man uns erlaubt zu sein wie wir sind? Oder hat die Welt uns einfach ihre Ansprüche übergestülpt?
Wie hoch sind unsere Ansprüche an uns selbst und andere Menschen? Wie hoch ist unser Anspruch an ein "Ideal"? Wie sehr strengen wir uns an um dieses zu erfüllen, und wie gnadenlos kämpfen wir für unsere Sichtweise. Und wie viel seelischen Schmerz verstecken wir hinter unserer harten abgebrühten Fassade? Wie schnell sind wir gekränkt? Aber wichtiger, wie sensibel sind wir eigentlich? Wie sehr versuchen wir es richtig zu machen, unabhängig zu sein, es besser zu wissen, unsere Grenzen zu Schützen, für andere da zu sein, erwachsen zu sein etc. etc. etc.

Und ja, die Seins-Ebene erreiche ich erst seit kurzem in höherer Intensität. Eine Intensität, die ich von der Kindheit kenne. Aber vorher habe ich 3 Mal den selben Fehler gemacht (machen müssen). Habe mich selbst nicht wahrgenommen, nicht ernstgenommen. Habe versucht ein von aussen gesetztes Ziel zu erreichen, und dabei noch ein Fatigue bekommen. Vielleicht hilft einem neuen Menschen diese Erkenntnis, nicht das gleiche zu erleiden. Einfach hinein zu spüren, es nicht zu definieren oder rechtfertigen. Anzunehmen, zu durchleben und damit Frieden zu schliessen. Sich selbst annehmen zu können, sich selbst lieben zu können, ohne Maske, ohne Leistungen und ohne Erwartungen erfüllen zu müssen.

Trudi hat geschrieben: Sollten wir nicht AB UND AN auch mal über solche Sachen reden? Welche Gefühle hat man, wenn man sich entscheidet, dass ein Rollstuhl für längere Ausflüge nun sinnvoll wäre....
Lasst uns doch AB UND AN wieder einen Austausch über anderes als Philosophie. Religion und "falsche Ansätze" führen.


Zum Thema Rollstuhlsdiskussionsvorschlag:
Trudi hat geschrieben:... was glaubt ihr was eine junge Person, die gerade so eine Diagnose erhalten hat...dann den Mut findet einen Blick in unser Forum zu werfen...nun denkt?


Du darfst gerne über Rollstühle schreiben. Aber ich will mich mit der Heilung beschäftigen und nicht mit dem Zerfall. Darum findest Du in den von mir eröffneten Themen philosophisches Gedankengut. Ich hinterfrage MS und versuche etwas davon zu lernen und die für mich "richtigen Ansätze" zu finden.

Sighthound hat geschrieben:Man kann für sich selber immer das herausnehmen- und lesen, was einem selber entspricht und auch anspricht. Alles andere braucht man ja nicht zu verwerten. Mir scheint, als würde es hier eher um einen Kampf zwischen BT und NICHT BT gehen, dabei wird aber fast ungefiltert alles, was dann von der einen und anderen Seite kommt, in die Tonne gekloppt. Man könnte die Meinung auch einfach stehen lassen, das rausziehen was einem passt, sagt ja niemand, dass man es fortan genau so befolgen muss. Das ist schade! Es geht hier nicht um einen Machtkampf. Ich habe mich in diesem Forum angemeldet, um mehr zu erfahren, mehr kennenzulernen, was mir auf meinem weiteren Weg vielleicht einmal weiterhelfen kann. Ich habe mich hier angemeldet, um vielleicht Personen kennenzulernen, die im gleichen Boot sitzen, mit denen ich mich austauschen kann und vielleicht sogar noch nette Menschen kennenlerne


Ich finde das alles sehr stimmig und ich denke diese Ansicht ist weit verbreitet in Foren. MS für Anfänger die keine Fortgeschrittenen werden wollen ist Sven Böttchers Werk, welches nun mal sehr alternativ ist. Und darum wollte ich darauf aufmerksam machen, da es für mich und meinen Weg sehr wichtig war. Ich habe damals im Forum nicht wirklich etwas dazu gefunden. Das habe ich sehr tragisch gefunden und darum auch ordentlich dazu geschrieben. Ich habe hier ganz vieles zusammengefasst weil ich solche Informationen kaum gefunden habe, bzw. mir als Neubetroffener gewünscht hätte sowas zu finden. Ich habe aber aus den Büchern viel mehr entnehmen können als aus dem Forum. Ganz wichtige Inhalte verschwinden hier im nichts.

Seit einiger Zeit habe ich viele Erkenntnisse im psychologischen Bereich und eben auch die Erfahrungen im spirituellen Bereich. Das habe ich dann hier ergänzt und mich aufs dünne Eis des Glaubens und der Sekten gewagt. ABer dafür ist ein Forum vermutlich gar nicht geeignet, denn da wirds sehr intim.

Ich denke der MS-Charakter ist sehr eigen. Das sage ich von mir selbst, ich sehe es bei anderen Betroffenen, ich lese es hier im Forum, und man hört es von Menschen die MS-Erkrankte betreuen. Die MS lässt das "harte" Weltbild gnadenlos zusammenkrachen, bzw. gibt einen starken Impuls dazu. Und nun können wir härter dafür Kämpfen unser Weltbild (welches uns übergestülpt wurde) zu verteidigen, ober wir können es IN uns loslassen. Weg vom (Macht-)Kampf, hin zum (Da-)Sein.

Ein guter Freund, den ich wirklich sehr liebe hat den schlimmsten Verlauf. Und ihr habt keine Ahnung wie heftig die Auseinandersetzungen mit ihm sind. Ich denke, der MS-Charakter kann gut kämpfen, aber schlecht aufgeben. Das "Ego-Spiel" welches man nur gewinnen kann, wenn man es aufgibt. Aber was alles zum Ego gehört, das ist nicht leicht zu erkennen. Sobald man eine Maske fallen lässt kommt die nächste zum Vorschein. Und dann ist es jedesmal noch sehr schmerzhaft. Aber danach wird es schöner, wärmer, etc.

Ich glaube hinter der letzten Maske finden wir unser wahres Wesen. Hinter der letzten Maske finden wir die Heilung.

Ich denke damit habe ich alles gesagt, was ich hier sagen wollte. Ich werde meinen Weg weitergehen und zu späterer Zeit hier wieder schreiben wie es sich entwickelt hat. Vorerst macht es wenig Sinn hier noch mehr Zeit zu inverstieren.
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon Asbu » 16. Feb. 2018, 09:44

Danke euch allen...

Das ist das was ich immer sagen wollte. Jeder muss für SICH seinen Weg finden und diesen dann auch mit allen Konsequenzen gehen.
Ich wollte aufzeigen, dass es auch einen anderen Weg gibt und der - wie der Weg von Rico - auch OK ist.
Weil sich genau wie Trudi geschrieben hat sich hier einige abgeschreckt fühlen könnten und das in der Phase der Neudiagnose ...

Ich hoffe sehr, dass hier wieder Diskussionen entstehen, die Hilfreich sind im Umgang mit der Krankheit und das man sich produktiv austauschen kann und nicht immer hinterfragt wird...

Wie gesagt ein Moderationsteam, dass die Diskussion hier etwas überwacht fehlt mir...

Wer an einem Forum interessiert ist, bei der sehr viel Informationen zusammengetragen werden, ein Austausch zu Krankheit und auch anderen Themen im Leben möchte, der vielleicht auch mal einen Rat von einem Neurologen möchte (wir haben mehrere Ärzte an Board), der sich in einem Forum bewegen möchte, dass von einem Betroffenen selber aufgebaut und finanziell getragen wird (Anmeldung ist Kostenlos und das Forum wird nicht von einer Pharmaindustrie gesponsert), das nur teils öffentlich ist und man sich sonst anmelden muss und in dem sich einige von hier auch bewegen, der kann sich gerne per PN bei mir melden....
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon Sighthound » 16. Feb. 2018, 07:47

Man kann für sich selber immer das herausnehmen- und lesen, was einem selber entspricht und auch anspricht. Alles andere braucht man ja nicht zu verwerten. Mir scheint, als würde es hier eher um einen Kampf zwischen BT und NICHT BT gehen, dabei wird aber fast ungefiltert alles, was dann von der einen und anderen Seite kommt, in die Tonne gekloppt. Man könnte die Meinung auch einfach stehen lassen, das rausziehen was einem passt, sagt ja niemand, dass man es fortan genau so befolgen muss. Das ist schade! Es geht hier nicht um einen Machtkampf. Ich habe mich in diesem Forum angemeldet, um mehr zu erfahren, mehr kennenzulernen, was mir auf meinem weiteren Weg vielleicht einmal weiterhelfen kann. Ich habe mich hier angemeldet, um vielleicht Personen kennenzulernen, die im gleichen Boot sitzen, mit denen ich mich austauschen kann und vielleicht sogar noch nette Menschen kennenlerne. Es geht doch hier nicht um einzelne Personen, richtig oder falsch. Ich werfe einen etwas provokanten Satz in den Raum, mit dem ich KEINESWEGS irgendjemanden anspreche hier im Forum- und auch keinen persönlich meine, aber doch ist er mir beim Lesen durch dem Kopf gegangen:
Der Gscheite lernt auch vom Dummen, der Dumme aber nicht von Gscheiten...
Schade, kann man nicht einfach einen friedlichen Umgang pflegen, andere Meinungen respektieren und dadurch vielleicht auch von jemandem profitieren, der im Grundsatz einen anderen Weg verfolgt :(
Sighthound
 
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon Trudi » 16. Feb. 2018, 00:46

Und ich sage auch einfach nur mal wieder 'hoppla'

Danke Nicki!!!

Diese ganzen Posts hier laufen unter der Rubrik "MS ist neu für mich" ... was glaubt ihr was eine junge Person, die gerade so eine Diagnose erhalten hat...dann den Mut findet einen Blick in unser Forum zu werfen...nun denkt? Panik und sowas will ich nicht und schaut nie wieder rein.
Es werden keine Meinungen toleriert, alles wird auseinander genommen und ich bezweifle langsam, das irgendeine Aussage hilfreich ist.

Im Jahr 2013 gab es hier einen Thread "Die guten Seiten der MS" (schaut jetzt nicht so...) es war provokant, aber daraus ist so ein schöner Austausch geworden, weil JEDER trotz MS Positives erlebt hat, was es ohne MS nicht gäbe...tolle Menschen in der Reha kennenzulernen, mehr Achtsamkeit, ganz andere Prioritäten setzen, trotz IV-Rente jetzt Zeit zu haben für die Liebsten oder Hobbys, oder gar ganz neue Hobbys. Ich gehe jede Woche zur Hippo Therapie und habe ein so glückliches Grinsen im Gesicht, mein Partner geniesst den 'Fast Track" am Flughafen weil wir nirgends mehr anstehen müssen und und und.
Klar wäre jeder lieber gesund, aber das ist nicht das Thema gewesen, sondern überlegt doch mal was ist aus dem Mist GUTES geworden? Versucht es mal...es kommt ein angenehm positives Gefühl dabei raus...oder schaut in Neos Thread...

Ich habe in der Reha vor 4 Jahren 2 ganz tolle Menschen kennengelernt und dank der Einen habe ich meine BioNess Laufmanschette die mich mobiler macht und dank der Anderen tolle Tipps betreffend Rollstuhl und das Grösste: ihre Steuererklärungs-Tipps brachten mir letzte Woche eine Rückzahlung über 2150.-

Sollten wir nicht AB UND AN auch mal über solche Sachen reden? Welche Gefühle hat man, wenn man sich entscheidet, dass ein Rollstuhl für längere Ausflüge nun sinnvoll wäre....

Und nicht das es jetzt wieder heisst "ich habe mich aufgegeben weil ich mir einen Rollstuhl zulege" ... oh nein, ich will mehr Lebensqualität. Ich tue sehr viel für meine Gesundheit...ich mache Physio, Hippo, Akkupressur, Cranio, Massage UND Feldenkrais seit 2 Jahren (Dank Sonja Wierk "Dem Leben wieder gegeben") Ich habe eine sehr positive Einstellung zum
Leben und laut meinem Umfeld strahle ich das auch aus und eben DAS ermöglicht mir noch immer mit dem Rollator unterwegs zu sein.

Lasst uns doch AB UND AN wieder einen Austausch über anderes als Philosophie. Religion und "falsche Ansätze" führen.

Lg Trudi

PS: Nicki, sonst folge ich dir noch so gerne in ein anderes Forum :-)
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon Nicki » 15. Feb. 2018, 23:16

:-)

Jetzt musste ich ziemlich lang studieren, wie das alles zusammenpasst. Da ist zwischen Asbus Beitrag ja ein langes Zitat von Rico reingerutscht :D (nur bei mir?)

Ich mache täglich Mentaltrainung, hatte ausserkörperliche Erfahrungen als Kind und kann mit Tieren sprechen (doch doch, das geht tatsächlich!) - aber ich mache trotzdem eine Basistherapie und andere "klassische" Therapien und gehe zum Neurologen und mache mir dazu Gedanken. Das eine schliesst das andere doch nicht aus? Was ist denn das für ein Tripp hier?

Mir ist das hier auch zu einseitig und vor allem zu missionarisch. Versuche auszuweichen, aber es geht überall nur darum...

Treffen wir uns in einem anderen MS-Forum?

Allen eine gute Nacht
Lg Nicki
Mögen alle Wesen glücklich sein. Herz Sutra
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon cola63 » 15. Feb. 2018, 21:24

Asbu, ganz grossen Dank! Du hast auf den Punkt gebracht, was mir nur noch so durch meinen Kopf wirpelte!Ich hab die richtigen Worte einfach nicht gefunden, kam durch die MS. Aber mir machten diese Texte richtig Bauchkrämpfe! Mir ging auch „Sekte“ durch den Kopf!

ich nehm ja auch „nur“ Schmerzmedis, Vit.D, Omega—3, usw.,achte auf Ernährung und Bewegung und das es mir sonst gut geht....aber bei solchen Texten bekommt man immer mehr das Gefühl, wir seien selbst Schuld dass wir MS haben...ich fand echt keine Worte mehr

Lg cola63
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon Asbu » 15. Feb. 2018, 11:38

Die Frage nach dem warum bei MS stellt sich jeder. Doch wer weiss eine Antwort?
Hier bin ich gegen Ende 2017 auf Bruno Grönig gestossen. Vorher habe ich vor allem auf der Körperebene gesucht (Ernährung etc). Der einzige Mensch, der hier eine sehr klare Antwort, wenn nicht zwingend leicht verständliche Antwort gibt. Doch da kommt beim "ungläubigen" zuerst mal das misstrauen, der "Unglaube". Wenn man sowas hört, darf man so etwas glauben? Ist das nicht naiv?
Vor vielen Jahren bin ich diesem Namen schon einmal begegnet und habe das als "Hokuspokus" abgelehnt. Heute merke ich, dass der "Hokuspokus" eben eine Wirkung hat und lerne davon.
Solche Lehren werden mehrheitlich zuerst mal für nichtig erklärt, bevor man sich überhaupt damit befasst hat. Muss ich mich selbst an der Nase nehmen. Heute befasse ich mich endlich damit. Mit sich befassen meine ich sich Wissen aneignen, aber auch Wissen durch philosophische Gedankengänge herleiten und Wissen durch Erfahrung selbst machen. Das ist nicht einfach und höchst Zeitintensiv. Aber auch lohnenswert.


Siehe dazu: http://www.sektenausstieg.net/sekten/12 ... lauterberg
Asbu
 
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon rico31 » 15. Feb. 2018, 01:27

Die Welt hat auch Farben zu bieten :wink: :mrgreen:

Okay, das Thema ist etwas aufgeladen glaube ich... Es gibt unterschiedliche Meinungen. Ist einfach so.
Ich möchte erklären, warum ich so extrem denke. Muss ja nicht für jeden so sein, für mich stimmt es...
Ich möchte hier auch endlich einmal die Psyche und den Geist mehr gewichten.

Ich gehöre zu den Menschen die glauben, dass der Mensch eine Selbstheilungskraft besitzt, die es zu unterstützen gilt.
Ich gehöre zu den Menschen die glauben, dass unser Wesen eine Urintelligenz hat die unsere gedankliche Intelligenz bei weitem übertrifft.
Ich glaube in all den Büchern die ich gelesen habe viele Zusammenhänge gefunden zu haben die sich positiv auf den Verlauf auswirken. Im Sinne von Gesundheitsförderung.
Ich mache selbst eine ganzheitliche medizinische Behandlung, welche aber gezielt nach Ursachen sucht und diese beseitigt.
Ich hinterfrage die psychosomatischen Aspekte. Ich könnte hier auch noch R. Sachse erwähnen, der im Buch - Persönlichkeitsstörungen Verstehen, gut erklärt wie der Mensch zur "Person" wird.

Und nun das für mich allerwichtigste:
Ich hinterfrage die Kraft hinter dem "Placebo-Effekt". Was ist es, das heilt? Was ist es das Krank macht? Wie geschehen WUnderheilungen.

Die Frage nach dem warum bei MS stellt sich jeder. Doch wer weiss eine Antwort?
Hier bin ich gegen Ende 2017 auf Bruno Grönig gestossen. Vorher habe ich vor allem auf der Körperebene gesucht (Ernährung etc). Der einzige Mensch, der hier eine sehr klare Antwort, wenn nicht zwingend leicht verständliche Antwort gibt. Doch da kommt beim "ungläubigen" zuerst mal das misstrauen, der "Unglaube". Wenn man sowas hört, darf man so etwas glauben? Ist das nicht naiv?
Vor vielen Jahren bin ich diesem Namen schon einmal begegnet und habe das als "Hokuspokus" abgelehnt. Heute merke ich, dass der "Hokuspokus" eben eine Wirkung hat und lerne davon.
Solche Lehren werden mehrheitlich zuerst mal für nichtig erklärt, bevor man sich überhaupt damit befasst hat. Muss ich mich selbst an der Nase nehmen. Heute befasse ich mich endlich damit. Mit sich befassen meine ich sich Wissen aneignen, aber auch Wissen durch philosophische Gedankengänge herleiten und Wissen durch Erfahrung selbst machen. Das ist nicht einfach und höchst Zeitintensiv. Aber auch lohnenswert.

Heute denke ich, die Diagnose hat mein Leben besser gemacht. Weil ich vieles geändert habe. Zuerst im Bereich Ernährung und durch die Behandlung in der Klinik. Die grösten Veränderungen sind für mich aber im Bereich der Psyche und im Geist geschehen. Doch auch mein Körper mach Fortschritte und heilt. Heute sehe ich es eher al Geschenk, wenn auch sehr hässlich von aussen.

Was ist passiert?
Ich habe den Mut gefunden MEINEN WEG zu gehen. Ich bin "für andere" in einen schlimmen Schu gerannt. Anfangs hatte ich grosse Angst ohne Medikamente zu behandeln. Ich zweifelte extrem daran. Was, wenn die halbseitigen Lähmungen wieder kommen. Das wäre der Rollstuhl auf sicher. Kann ich die Medikation ablehnen? Das war eine harte Nuss. Die Neurologin malte Schwarz, bezeichnete mich als dumm. Ich hatte keinerlei Vertrauen, nur Hoffnung.

Dann der Arbeitgeber, die IV etc... Ich wollte den Versuch sehr früh abbrechen... Aber diese Aufforderungen es "zu versuchen" obwohl ich merkte dass ich über dem Limit laufe. Und ich hab immer versucht. Und immer heftiger wurde die Erschöpfung. Aber eigentlich hab ich es gewusst. Von Anfang an. Warum habe weitergemacht?

Und die zunehmende Erschöpfung...
Dann will man mir antriebssteigernde Antidepressivas geben...
Aber die nehm ich nicht.
Und dann droht man mir, dass die IV mich einschränkt wenn ich die Behandlung ablehne...
Und ich merk... Eigentlich verlier ich nicht wirklich... Ich kann nur gewinnen. Also kämpfe ich nicht mehr...
Und so habe ich, über ein Jahr später, endlich stop gesagt und reduziert und damit alles "haben" riskiert...und 12 Tage später ist der Schmerz im Bein einfach überhaupt nicht mehr da.

Und ich habe ein Vertrauen gewonnen. Es mag naiv klingen... aber dieses Vertrauen ist für mich die halbe Miete. Ich bin wieder "bei mir"...
Vom haben, zum sein. Vielleicht verliere ich hab und gut, aber ich gewinne mein dasein zurück. Und heute fühle ich mich wieder frei in dieser begrenzten Welt. So frei habe ich mich zuletzt als Kind gefühlt.
Ich habe gelebt, habe vieles gehabt, aber ich habe gelernt "nicht ich" zu sein. Von Kindheit an habe ich gelernt anders sein zu müssen als ich bin. Und vielleicht ist das, das warum.

Und das "Sein" zu dürfen, wer man ist. Nichts zu müssen... das ist für mich heilsam, spürbar. Je stärker ich "zurück zu mir" komme, desto besser geht es mir. Und ja, es ist wunderschön, denn ich war lange davon getrennt. Lange habe ich gelebt und funktioniert. sogar mit äusserst hohem Funktionsniveau. Habe tausend Kompromisse gemacht und mich tausendfach "überhört". Nun merke ich, dass ich durch die MS wieder sehr intensiv fühle. Dass ich zurück zu einer sehr schönen Seite an mir komme, die aber auch sehr verletzlich ist. Und diesen Anteil muss ich schützen, und zu diesem Anteil muss ich stehen. Und so leicht ist es nicht in dieser Welt...
Und ich nenne hier mal zwei für mich wichtige Wörter. Selbstvertrauen und Selbstliebe/Eigen-Wertschätzung.

Vielleicht ist MS auf körperlicher Ebene eine Art "Abstumpfung", ein Verlust zum Zugang der Seele. Ein nicht vertauen in die eigene Wahrnehmung, bis die Wahrnehmung völlig verkümmert und zu Problemen führt. Ob es nun die Blase, das Bein, die Balance, das Denken ist... Sich selbst nicht genug wahrnehmen, wertschätzen, vertauen, lieben... das ist nicht gesund...

Und dann kommt die Schulmedizin, in haut voll in diese Wunde rein...
Sagt unheilbar. Sagt, mit dir stimmt was nicht, und niemand kann Dir wirklich helfen. Aber mach Dich von uns abhängig, nimm die Medis. Vielleicht wird es besser, vielleicht auch nicht. Dann hast Du hald Glück oder Pech gehabt. Aber hör auf uns, nicht auf Dich. Was weisst Du schon von Dir. Wir kennen Dich besser als Du. Doch sie sehen nur die Oberfläche ohne zu verstehen.
Und dann will die Schulmedizin die Symptome unterdrücken... Will die Selbstwahrnehmung verhindern. Nicht böswillig, aber sie tut es. Für Spastik gibts dies, für Schmerz gibts das, und die BT sowieso. Sie will das Leid lindern, was gut gemeint ist. Doch vielleicht Lindert sie Leid und verhindert damit Heilung. Denn die Symptome wollen wahrgenommen werden. Darum sind sie da... Die Symptome sagen schau... und wenn Du nicht hinsiehst, dann wirds heftiger...
Die Schulmedizin sagt Autoimmunerkrankung. Dann sollst du das Immunsystem noch unterdrücken... Unterdrücken, unterdrücken, unterdrücken... Sie sagt... Trau Deinem Immunsystem nicht... es könnte Dich zerstören. Mit Dir stimmt was nicht, also unterdrück es, bevor es zu spät ist... Du bist nicht okay. In Dir stimmt etwas nicht... Die Schulmedizin weiss besser wie Dein Immunsystem zu sein hat, als Dein Immunsystem selbst. Und Du lehnst Dich ab, lehnst Dein Immunsystem ab. Denkst, was soll der Mist. Warum zerstöre ich mich. Vielleicht hasst Du Dich dafür. Vielleicht bemittleidest Du Dich...
Doch sobald Du die Pille nimmst, so glaubst Du das zumindest unbewusst irgendwie... Und wenn der Geist den Unterschied macht. Wenn Heilung und Placebo davon abhängen, so ist diese Entscheidung katastrophal. Und darum lehne ich die Symptomunterdrückung der Schulmedizin so extrem ab.
Mit der Behandlung akzeptiert man zu einem Teil die Krankheit. Man behandelt die Krankheit und beschäftigt sich damit. Aber sich mit der Gesundheit zu beschäftigen ist viel heilsamer.

Was ich hier im Formum schreibe, soll dabei helfen aus der Ohnmacht und Abhängigkeit in die Eingenverantwortung und Selbstbestimmtheit zu finden. Es soll helfen keine Angst zu haben, sondern zu Vertrauen dass der Körper es gut mit uns meint. Aber wir müssen hinhören LERNEN, weil wirs nicht mehr können.

Ganz im ernst. Ich bin viel zu stumpf und hart geworden. Und dann habe ich spastische Lähmungen... Passt doch perfekt ins Bild...
Und ja, ich weiss dass diese härte auch in manchen Beiträgen rüberkommt, obwohl ich mir Mühe gebe das möglichst objektiv darzustellen.

Was ich damit sagen möchte... Jeder trägt seinen Rucksack und hat völlig bekloppte, destruktive oder dysfunktionale Seiten an sich. Einerseits sollte man Nachsicht damit haben, andererseits darf man ruhig auch darauf aufmerksam machen. In der Regel ist es ja nicht böswillig. Die Emotionen sind ja nicht falsch... Sie sind einfach da... nur bringen sie nicht immer was. Doch auch Emotionen sind ein Lernfeld. Wenn sie hochkommen, so ist etwas nicht im reinen. Und wir alle sind einfach belastet. Der eine ist verzweifelter als der andere und darum wählt der eine eben diesen Weg und der andere den anderen Weg.

Hasse die Sünde, liebe den Sünder :D
rico31
 

Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon Nicki » 12. Feb. 2018, 19:28

Mein Schwager funktioniert auch so: provozieren und sich dann diebisch darüber freuen, dass eine Diskussion entbrennt oder ich mich engagiere... kann ich nicht nachvollziehen.

Ich lese dich - bei allem Respekt - auch anders, als du dich selbst gerade darstellst. Habe schon ein paarmal "hoppla" gedacht beim Lesen.

Aber das liegt ja daran, wie ich mich mit der Welt identifiziere.

PS: Was ich wirklich nicht mehr hören kann, ist dieses Lamento über die Pharmaindustrie. Die Welt ist nicht schwarz-weiss. Schon mal von Grautönen gehört?
Mögen alle Wesen glücklich sein. Herz Sutra
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon Walkin » 12. Feb. 2018, 15:05

@ all,

da scheint mir ja wirklich etwas gelungen zu sein was ich schon gar nicht mehr für möglich hielt hier. So viel Bewegung, motion, e-motion
wegen ein paar Worte, das hab ich schon seit vielen Wochen hier vermisst. Das ist einfach toll, das ist mehr als toll. Herzliche Gratulation dafür das ihr
euch habt in Bewegung bringen lassen!
Auch wenn sich vielleicht manche etwas provoziert fühlten, eines müsst ihr wissen über mich, ich würde nie auch nur einen Einzigen von uns kritisieren.
Ich betrachte uns alle híer als Eins, wir sitzen alle im selben Boot, darum ist "wir" für mich sacrosanct, da würde ich niemals auch nur irgendwas dazwischen kommen lassen. Es ist wunderbar das diese Einheit die wir nunmal repräsentieren die unterschiedlichsten Ansichten und Überzeugungen hat. Wenn dies
vielleicht anderst rüber kommt liegt das vielleicht einfach daran das wir uns mit mehr dem Weg identifizieren den wir eingeschlagen haben als mit uns selbst. Der Weg das sind aber nicht wir, zumal er meistend von jemandem anderen Aussenstehenden vorgegeben wurde. Während wir immer dieselben bleiben, können die Überzeugungen die wir uns aneignen, mit der Zeit wechseln.
Ich würde also niemals sagen diese/r oder jene/r macht was falsch nur weil sie/er eine Andere Überzeugung vertritt als ich. Das Einzige was ich schrieb war immer nur " ich mache das nicht, ich würde das nicht machen"- das ist ein riesengrosser Unterschied, beim einen ´sagt man jemand hat was falsch gemacht und beim anderen einfach nur was man selbst tut oder nicht tun würde!!!°
Ich bin nicht hier,weil ich von irgendwem was will, oder Hilfe erwarte. Ich tausche einfach mit anderen aus. Und über was sollen wir uns denn austauschen wenn nicht über unsere eigenen Erfahrungen und Meinungen. Über die Meinungen anderer, Aussenstender? Sind die denn so viel besser, verlässlicher nur weil sie von grossen geldschweren Firmen oder studierten PHD`s kommen. Ich habe aufgehört der Welt da draussen nachzurennen. Und es gibt mir auch nichts wenn jemand meiner Welt nachrennt. Darum kommt etwas von mir nur ein Mal, und dann nie wieder. Aber das ist dann nicht mein Problem sondern das der Welt, der Gesellschaft, die es ach so weit gebracht hat. Seht ihr, jetzt habe ich gerade die ganze Welt kritisiert, das schlimmste was man tun kann, aber keinen von euch. Trotzdem könnte jeder von euch sich dadurch kritisiert fühlen, je nach dem wie sehr er/sie sich mit der Welt identififziert. Also sollte ich besser nichts mehr sagen, Schweigen ist Gold.
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon Asbu » 12. Feb. 2018, 10:59

Rico, dass du deinen Job verloren hast tut mir leid... Kann dir nachfühlen mir ging es vor ein paar Jahren gleich...
Auch das viele schlafen kommt mir bekannt vor... Und ja das war der Punkt wo auch ich etwas ändern musste. Das Leben besteht ja nicht nur aus Schlafen und Arbeiten... Ich hab immerhin noch einen Mann und meine Fellnasen und für die möchte ich auch da sein... Die geben mir auch sehr viel Halt und Unterstützung...
Ich will nicht nur die Krankheit als Lebensinhalt, sondern möchte auch noch Leben und das was geht geniessen...

Was die Medikation und IV betrifft, da wünschte ich manchmal auch es wäre etwas unkomplizierter... Aber Erfahrungsmedizin wird meist noch nicht so akzeptiert, wie wir uns das vorstellen und wie unsere Erfahrung damit ist... da braucht es nach der heutigen Gesetzeslage eben Studien und daran ist man manchmal einfach nicht interessiert... Forschung kostet halt eben auch... Und solange die Politik da nichts ändert, wird sich auch das System nicht ändern... Da kann man denen die daran verdienen auch nicht wirklich böse sein, das ist halt eine Gesetzeslücke und die wird ausgenutzt...

Und nein ich finde es nicht Okay, wenn du auf das Sozialamt musst um dein Leben so zu Leben wie du dir das vorstellst... Aber vielleicht ist es ein Anfang, dass du vorerst dein Leben nicht nach deiner Arbeit sondern nach deinen Rhythmus leben kannst... Ich wünsche dir auf deinem Weg weiter alles Gute!
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon rico31 » 12. Feb. 2018, 00:35

Ach... In Foren prallen Welten aufeinander... :mrgreen:
Nehmts nicht persönlich, auch wenns manchmal nicht leicht ist... Ich geh jetzt bewusst nur begrenzt auf die mit den verschiedenen Ansichten verbundenen Konflikte ein...
Jeder kann und muss selbst entscheiden was für ihn stimmig ist und diese Entscheidung ist nicht einfach.

Trudi hat geschrieben:Warum darf ich also diese Empfehlung hier nicht abgeben???? Vielleicht hilft sie ja einem Betroffenen


Hallo Trudi...
Du kannst hier schreiben was Du willst, wie jeder andere auch. Ich weiss es ist nur gut gemeint. Ich selbst werde leider auch immer wieder vom Ärger wegen der "schulmedizinischen Machtausübung" erfasst und tu mich auch schwer mit der Schulmedizin. Es ist weniger ein Problem gegenüber denen die diesen Weg wählen oder gewählt haben... Mehr ist ein Problem für mich, wenn ich ständig dazu gedrängt werde. Wenn mir der Neurologe schon von IV-Einschränkungen und Kürzungen erzählt, wenn ich nicht mitmache. Und weiter ist es tragisch, dass ich einen, aus meiner Sicht guten Verlauf habe und das selbst bezahlen muss, während jede schulmedizinische Pille bezahlt wird. Meine Behandlung war ca. 20'000 im ersten Jahr. In den kommenden Jahren wird es noch viel weniger sein... da stellt sich die Krankenkasse aber quer... Aber 30'000 für eine immunmodulierende Basis-Therapie wird problemlos bezahlt... obwohls viel teurer ist. Da nützt alle Logik nichts... Ohne Geld werd ich mir die Behandlung nicht mehr leisten können, und das wird schon bald der Fall sein... und ja, diese finanzielle Machtlosigkeit kann schon sehr ärgerlich sein. Das mein Verdacht auf MS vom Hausarzt nicht überprüft wurde ist schlicht ärztliche Arroganz. Ich denke da summiert sich bei manchen so manches... Ich jedenfalls habe viele Gründe warum ich mein Leben nicht in die Hände von Schulmedizinern legen will.

Naja... Die Behandlungsansätze sind Grundverschieden. Ich stärke mein Immunsystem damit es funktionieren kann und unterdrücke es nicht damit es keine Schaden anrichtet...

Trudi hat geschrieben: Nicht jeder der an Fatige leidet kann sich jederzeit schlafen legen...verstehen glaube ich nicht alle Arbeitgeber...


Ja das ist so eine Sache... habe vor einigen Tagen die Kündigung erhalten... UNd wer will mich schon so?!? Super Perspektive :?
Mein Neurologe will mir antriebssteigernde Antidepressivas geben, damit ich vielleicht besser funktioniere... Und ja... dieses funktionieren sollen/müssen bringt es mit sich die Einschränkungen der MS übergehen zu wollen/sollen... für mich ist die schulmedizinische Vorgehensweise ein extremer Druck. Ich lehne es eher ab, muss mich dafür aber ständig rechtfertigen. Vor einem Jahr sagte mir die Neurologin, meine Entscheidung sei dumm... aber abgesehen vom Fatigue ist alles besser geworden.

Meiner Meinung nach gibt es in der Grobunterteilung der MS-Behandlung zwei grundverschiedene Ansätze...
Der eine heisst behandeln... Egal wie, egal mit welcher Medikation, Immun- und/oder Stammzellentherapie etc... Hier kann man alles mögliche hinterfragen... z.B. die Studien, die Ergebnisse, etc... Was genau man behandelt, wenn man die Ursache nicht kennt. Und wie man dann daraus Erkentnisse gewinnen soll. Man kann sich auch die Frage stellen warum 30'000 im Jahr für ein Medikament bezahlt werden, eine einmalige Stammzellentherapie aber nicht... ist ja kostentechnischer Verhältnisblödsinn weils nach 2-4 Jahren amortisiert wäre...

Ich denke viele wählen diesen Weg. Ich kann mich einfach nicht dazu motivieren... Aber ich nehm auch keine Medis bei Kopfschmerzen, Husten oder Fieber... Das ist einfach meine Haltung. Ich glaube, dass der Körper nichts wirklich grundlos tut. Und ich möchte den Grund verstehen und den Umgang lernen. Mein Ansatz heisst aushalten, acht geben, auf den Körper hören, ihn unterstützen, von der Krankheit lernen... Und alleine schon das Labor hat mich erkennen lassen wie ich Behandeln muss, dass es für mich stimmig ist...Bei solchen Ansätzen macht vieles Sinn...Ich finde das genial... Gerade Sonja Wierk finde ich da ein super Beispiel. Wie sie die Entwicklungsphasen eines Kindes nochmals durchgemacht hat und ihr Hirn die Verbindungen herstellen konnte. Für mich ist das extrem beeindruckend... Weiter hat sie damit mehr geleistet als die Schulmedizin und Forschung. Ein einzelner Mensch, ohne Forschungsgelder, etc... In solchem Vorgehen sehe ich die Hoffnung für alle Betroffenen und einen Wegweise für mich...

Doch warum haben wir welches Symptom? Wann kommt was, warum, wann geht es weg, wann ist es besser, etc etc...
Das Fatigue:
Nicki hat geschrieben:... und glücklich die, denen Schlafen hilft. Fatigue bessert sich (im Gegensatz zu normaler Müdigkeit) durch Ruhen und Schlafen eben nicht. So wird Fatigue definiert.


Hoi Nicki
Also ich schlafe mehrheitlich ca 12-14 Stunden am Tag... ich kann auch einmal weniger schlafen... aber dann habe ich als 1. mehr Schmerzen in den Beinen und die Erschöpfung steig dermassen an, dass irgendwann gar nichts mehr geht... und dann muss ich schlafen, weil ich einfach nicht mehr kann... ich werde 2. immer Benommener, bis ich 3. nicht mehr denken und mich nicht mehr konzentrieren kann... und gehe ich noch weiter so brennt es 4. hinter/oberhalb der Augen wie Feuer. Also warum soll ich immer wieder an diese Grenze gehen?
Es macht für mich auch Sinn dass der Körper solche Regenerationszeiten braucht wenn ich ihn mehrmals wöchentlich ans Limit oder drüber hinaus bringe...In all dem sehe ich Selbstzerstörung, denn ich kann es verhindern wenn ich meine Einstellung ändere...Doch dafür musste ich erst den Mut haben mich ernster zu nehmen, als die Erwartungen von der Gesellschaft (Arbeitgeber, IV etc.)
Mehr als ein Jahr habe ich gebraucht um zu Erkennen... ICH DARF MEINE GRENZEN HABEN, AUCH WENN SIE NICHT DER NORM ENTSPRECHEN. Ich war früher ein Leistungstier... hab mehr leisten können als andere... habe auch gerne meine Leistung erbracht... ABer wofür eigentlich? Die Höchstleistung erbrachte ich, bevor ich halbseitige Lähmungen hatte... Der dümmste Verdienst aller Zeiten!

Nun habe ich logischerweise den Job verloren... und kann endlich ausschlafen. Ich muss mich nicht mehr anstrengen, muss nicht mehr früh aufstehen, habe keine Schichtarbeit mehr...denn ich hab schon verloren... und es ist gut so... Denn wenn ich schlafe habe ich weniger Schmerzen, weniger kognitive Einschränkungen etc.... es macht für mich Sinn zu schlafen... nur habe ich keine Ahnung wie ich die Rechnungen bezahle... Aber es ist mir egal... Ich fühle mich gesünder so... Nunja... der Mensch definiert alles mögliche... Ich denke die Mehrheit schläft 6-8 oder 7-9 Stunden... und wer nicht mit der Masse konform geht hat ein Problem. Aber ich bin nun mal ich. Und mein Körper braucht momentan eben 12-14 Stunden. Ist es falsch weil es nicht der Norm entspricht? Und wenn ich deswegen aufs Sozialamt gehen und am Existenzminimum leben muss ist das okay... Lieber hab ich kein Geld als die nächsten 40 Jahre Schmerzen weil ich versuche "wie die Masse" zu sein.

Ich seh es aktuell so... Mein Körper weiss wieviel Schlaf ich brauche... Ich vertraue ihm.
rico31
 

Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon Asbu » 12. Feb. 2018, 00:03

@ Nicki: 4-Aminopyridin nehme ich ca 2 Jahre und würd es nicht mehr her geben! Ich hab mich Anfangs extrem dagegen gewehrt... Wollte nicht täglich Tabletten schlucken und mich so jeden Tag krank fühlen.... Heute könnte ich mich Ohrfeigen, dass ich nicht früher darauf gesetzt habe... Ich hab dadurch so viel Kraft und Energie gewonnen, das ist auch meinem Umfeld aufgefallen! Ich seh es als Nahrungsergänzung und würde das NIE MEHR hergeben! Leider schlägt es nicht bei jedem an. Ich hatte beim Einschleichen Anfangs etwas Schwindel, der hat sich aber nach 2 Tagen gelegt. Ich hab es in der Reha ausprobieren und einschleichen können und trotz Schwindel war alles machbar! Also ich wünsche dir ganz viel Erfolg und hoffe es hat auch bei dir diese tolle Wirkung!!! Ausprobieren lohnt sich!

@ Rico: Ich freu mich mit dir, dass das MRI so gut ausgefallen ist. Der Gedanke ob es dasselbe Gerät war und ob die Schnittstellen gleich waren kam aber auch bei mir auf...Zudem wissen wir alle das MRI und Symptome nicht korrelieren müssen. Da von Heilung zu sprechen finde ich persönlich etwas gewagt...
Und was das Schlafen betrifft - ja leider können wir uns unserer Krankheit nicht immer hingeben... Und Schlafen ist meiner Meinung gegen die MS auch kein Allerheilmittel - wenn auch wichtig! Ich hab die Erfahrung gemacht, dass ein gut getakteten Alltag mit Pausen aber auch mit Physio, Sport etc. essenziell ist... Sich aber nur immer Bedürfnissen des Körpers hingeben ist meiner Meinung nicht immer der richtige Weg... Ich bin immer noch der Meinung, dass ich sehr achtsam lebe - auch vor der Diagnose - trotzdem hat sich die MS genau da gemeldet, an dem alles für mich Perfekt lief... Warum? Sollte mir die Schöpfung dies nicht gönnen? Ich hab es langsam satt immer die Leier von "Du kriegst nur das was du tragen kannst" zu hören... Eine MS zu Tragen ist einfach Scheisse - Punkt. Und ich hab irgendeine doofe Krankheit in mir, die mein Hirn und Rückenmark angreift und meinen Alltag - nein mein Leben - auf den Kopf gestellt hat... Und ja ich kämpfe um ein Erhalt um das was alles im Moment noch geht... Frei nach dem Motto: Lieber ein kurzes erfülltes Leben als ein Langes unerfülltes Leben... Ich hab durch Tysabri 8 sehr ruhige Krankheitsjahre gewonnen und ich bin überzeugt, dass wenn ich es ohne Medikamente ausgesessen hätte, wäre ich jetzt def. schlechter unterwegs... Und ich werde ein Teufel tun mir einzureden, dass ich selber an meinem Zustand Schuld bin! Wir alle hier tauschen uns über MS aus und sitzen in einem Boot und keiner hat sich diese versch. MS selber gewünscht um sein Leben in Frage zu stellen. Die MS hat mir sicher geholfen mich von Dingen zu befreien und manche Dinge klarer zu sehen, aber das bringen unheilbare Krankheiten wohl einfach mit sich... Trotzdem hätte ich lieber auf die MS verzichtet und hätte gerne noch mein Arbeitsalltag, denn ich hab gerne gearbeitet und bin echt traurig, dass das heute nicht mehr geht. Ich bin aber auch Realist, dass ein Black Hole einfach "nichts" oder "kaputt" bedeutet und nicht mehr heilt... Ich hoffe aber immer, dass mein Hirn einen anderen Weg findet, diese kaputte Stellen zu umgehen. Und noch mal, es geht mir darum nicht mehr kaputt zu machen, darum nehme ich auch mit Überzeugung eine Basis- resp. Eskalationstherapie. Und ja wenn die Statistik nicht für alle zutrifft, mit hat es sehr geholfen die Krankheitsaktivität zu bremsen.

Und ja die Formulierungen von Sätzen zeigen sicher ob ein Glas halb voll oder halb leer ist. Das ist dann die innere Haltung. Geb ich mich der Krankheit hin oder gehe ich dagegen an. Ich persönlich mag mich nicht den ganzen Tag der Krankheit hingeben und bin froh, wenn ich Energie für anderes im Leben habe... Das gibt mir etwas Normalität und hat mit verdrängen nichts zu tun, den ich setz mich auch täglich mit meiner MS auseinander... Ich will aber nicht, dass die MS mich beherrscht. Und wie du z.B. in Punkto Schmerzen schreibst, musst du viel Aufwand betreiben. Das kostet viel Energie... Energie die ich für das Teilhaben am Leben auch brauche... Nur Abschotten und Zuhause die Krankheit aussitzen ist für mich auch nicht gerade heilend...

@ walkin: Toll wenn man mit Besprühen von Leitungswasser seine Schmerzen in den Griff bekommt. Wäre das ein Allheilmittel könnte man es direkt vermarkten... Sorry aber für Menschen, die mit unsäglichen Schmerzen zu kämpfen haben ist das wohl ein Hohn... Aber wichtig ist doch, dass du für dich einen Weg gefunden hast!
Die Art und Weise wie du schreibst ist vielleicht ist der Grund wieso du in einem anderen Tread so enttäuscht bist, dass dir niemand eine Antwort schreibt... Ich mag darauf ehrlich auch nicht antworten, den mir fehlen schlicht und einfach die Worte...Denn dein Weg kommt mir etwas unglaubwürdig rüber und ich frag mich schon manchmal wie du neben Alltag noch Zeit findest dich so mit deiner Krankheit auseinanderzusetzen und dich ihr so hinzugeben... So einen Alltag wünscht sich hier wohl jeder, aber die meisten von uns sind leider nahe am Existenzminimum oder kämpfen darum normale Alltagstätigkeiten zu bewältigen. Ich kenne MS-Patienten, die schon nur für Morgentoilette und Anziehen 2 Stunden beschäftigt sind und danach so fertig sind, dass sie kaum Frühstücken mögen, weil sie so müde sind und schon wieder Schlaf brauchen...

Ich mag Beiträge hier kaum mehr schreiben, da man alles Belegen muss und dann doch wieder dagegen gesprochen wird, weil es ja sowieso nur von der Pharmaindustrie und den bösen Ärzten gepuscht und manipuliert ist...
Es wird immer darüber gesprochen was die Medikament kosten, die dann doch nichts nützen... Aber alle eure Bücher kosten auch und daran verdient auch jemand...
Viele eurer alternativen "Medizin" bezieht ihr ohne ärztliche Rücksprache im Internet. Diese Dinge kosten auch, da verdient auch wer daran... Mag sein das diese Medikamente günstiger sind, sie sind aber auch nicht erforscht und beruhen auf der Erfahrungsmedizin. Ob das sicherer ist? Das muss dann wohl jeder für sich entscheiden...

Und einiges was hier zitiert wird kommt aus veralteten Quellen, die Forschung hat sich weiterentwickelt und da setze ich persönlich halt lieber an...
Jeder soll für sich seinen Weg finden und selber entscheiden, was er möchte. Aber man muss dann auch die Konsequenzen tragen!
Ich hab leider zu viele Schicksale gesehen die an einem Weg ohne Medikamente gescheitert sind... MS ist eine schreckliche Krankheit mit vielen Gesichtern und verläuft bei jedem anders und ich wünsche dir von Herzen, dass die MS ohne Medikamente bei dir so bleibt - die Zeit wird es zeigen...

@ Trudi, sighthound, nicki: Danke für eure Statements, bin froh, dass es mal auf den Tisch kommt. Mir fehlt hier im Forum def. ein vernünftiges Moderatorenteam, das hier etwas eingreifen würde. Die User sind wohl müde geworden hier mitzuschreiben, da man eh auf dem Holzweg ist. Ich bin in einem andern MS-Forum Moderator und bin froh, dass wir dort ein gutes Team und wertvolle Diskussionsteilnehmer haben. Wir haben nicht nur die Krankheit im Kopf, sondern auch viel Spass Rund um andere Themen. zudem werden dort viele wertvolle Infos zusammengetragen...
Wäre hier mein Forum, da würde mir wohl irgendwann das Thema DFTT aufkommen- was hier ja im Moment mit Schreibverweigerung auch geschieht... .

Zum Schluss es ist und bleibt ein Forum, wir sehen unser Gegenüber nicht und es kann das eine oder andere "Gespräch" verfälschen oder mann kann sich schriftlich vielleicht nicht ganz so ausdrücken wie man möchte... In diesem Sinne wäre ein Austausch auch hier wieder sehr wünschenswert und auch darauf zu achten, das man die Netikette nicht ganz aus den Augen verliert... :wink:
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon Nicki » 11. Feb. 2018, 21:54

... und glücklich die, denen Schlafen hilft.

Fatigue bessert sich (im Gegensatz zu normaler Müdigkeit) durch Ruhen und Schlafen eben nicht. So wird Fatigue definiert.
Mögen alle Wesen glücklich sein. Herz Sutra
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Re: MS IST NEU FÜR DICH? Für Anfänger ...die...

Beitragvon Nicki » 11. Feb. 2018, 21:04

Ich empfinde das auch so... einige sind in diesem Forum auf Extremwegen unterwegs und lassen wenig Raum für andere Meinungen. Ich versuche dann jeweils auszuweichen...

Aber ich wünschte mir auch weniger "Meinungen" und mehr Austausch.

Ich kenne das 4-Aminopyridin nur aus der Theorie. Spreche mal mit meinem Neuro darüber. Danke Trudi

Lg Nicki
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